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Land

Um auf seinen Gast individuell eingehen und mit marktspezifischem Wissen beeindrucken zu können, ist es hilfreich, ihn und seine Besonderheiten zu kennen. 
Hier können Sie sich über die länderspezifischen Merkmale ein Bild zu machen. 

Geschichte

Wer kennt ihn nicht, Wickie den Wikinger. Die Chance, dass Wickie irgendwo im heutigen Schweden geboren wurde, ist recht groß, da das Herkunftsgebiet der Wikinger vor allem in Norwegen und Schweden liegt. Häufig sehen wir in dem Wikinger einen kriegerischeren Barbaren. Doch die meisten Wikinger waren eher friedliche Bauern, Handwerker und Händler, die während des Frühlings und Sommers ihre Heimat Schweden verließen und zu Eroberungszügen und Handelsreisen in die See stachen.

Handelsreisen setzten sich zu Zeiten der Hanse fort, damals war Schweden im Hansebund sehr aktiv und brachte dadurch großen Reichtum ein. Das Land war also auch damals schon eifrig im internationalen Handel tätig.

Die Blütezeit des Landes kam erst nach der Wikinger- und der Hansezeit. Im 30-jährigen Krieg kamen die Schweden über Usedom nach Deutschland. Gustav II. Adolf, der damalige König Schwedens, zwang mehrere Fürsten in Norddeutschland zu einem gemeinsamen Bündnis, und so übernahm Schweden große Teile von Pommern, Greifswald und Rügen. So standen Teile Deutschlands in dieser Zeit unter schwedischer Herrschaft, weswegen man auch heute noch viele Straßen bei uns findet, die den Namen "Gustav-Adolf-Straße" tragen.

Staatsform & Politik

Politisch betrachtet ist Schweden heutzutage eine Erbmonarchie mit einer parlamentarischen Demokratie. Das bedeutet, das Land hat mit König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia ein Königspaar, das keine politische Macht hat, sondern Schweden repräsentiert. Die Staatsgewalt geht vom Volk aus. Die Schweden lieben ihr Königspaar und die Königsfamilie. Trends, die das Königshaus setzt, werden von den Schweden begeistert nachempfunden.

Die schwedische Politik ist sehr transparent. So dürfen alle Staatsdokumente auch von Bürgern eingesehen werden. Doch nicht nur in der Politik geht es transparent zu, sondern auch im alltäglichen Miteinander. So können Schweden beispielsweise nachvollziehen, wie hoch das Vermögen einzelner Menschen ist, wie viele Steuern ihre Mitmenschen zahlen und sich sogar anhand eines Autokennzeichens nach dem Halter erkundigen.

Wirtschaft

Schweden ist seit 1995 in der EU, hat allerdings seine eigene Währung, die Schwedische Krone (SEK), behalten. Der Euro wurde in einer Volksabstimmung im Jahr 2003 abgelehnt.

Heute ist Schweden eine hoch entwickelte Industrienation. Noch Ende des 19. Jahrhunderts gab es in dem Agrarland viel Armut und viele Bauern wanderten vor allem nach Nordamerika aus. Wichtige Wirtschaftszweige heute sind die Land- und Forstwirtschaft. Das wundert natürlich nicht, denn Hälfte des Landes ist mit Wäldern bedeckt. Beliebte schwedische Marken, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind und zum Wohlstand des Landes beitragen, sind IKEA, Volvo, Husqvarna, H&M und Ericsson. Besonders wir Deutschen lieben die schwedischen Produkte, wir sind Hauptabnehmer Nummer eins.

Geografie

Schweden, im Schwedischen Sverige genannt, ist das größte Land Skandinaviens. Die Hauptstadt ist Stockholm. Das Land bietet viel Fläche und somit Platz für seine Bewohner: Gerade einmal 22,2 Einwohner leben auf einem Quadratkilometer – in Deutschland sind es circa 230,8 Menschen pro Quadratkilometer! Hierzulande sind die schwedischen Gäste oftmals erstaunt über Menschenmassen und Hektik, sie empfinden dies aber als Teil des Urlaubserlebnisses und daher nicht negativ.

Schweden erstreckt sich bis weit in den Norden, der nördliche Teil Schwedens ragt über den Polarkreis hinaus. Aufgrund der geografischen Lage sind die Tage im Sommer sehr lang, im Norden ist es teilwiese sogar durchgehend hell. Jedoch bedeutet das auch, dass die Tage im Winter sehr kurz sind und manch einer in dieser Jahreszeit kein Sonnenlicht sieht. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Schweden die Tage im Sommer besonders gern draußen im Freien und die Wintertage gern im gemütlichen Heim bei Kerzenlicht, Kaminfeuer und warmem Punsch verbringen.

Ganze 52 Prozent der Fläche Schwedens sind mit Wald bedeckt, mit 150.000 Seen ist das Land sehr wasserreich. Die Natur steht also stets im Fokus. Daher ist auch der Umweltschutz ein großes Thema – sowohl durch die Gefahr von Dürren und Waldbränden im Landesinneren als auch durch den möglichen Anstieg des Meeresspiegels, dessen Folge Überschwemmungen der Küstenregionen sein könnten.

 

Leute

Je besser Sie Ihren Gast einschätzen können, desto eher können Sie im Service und Umgang individuell auf den Gast eingehen. Manchmal sind die Unterschiede in den Wertvorstellungen und dem Kommunikationsstil klein, aber entscheidend.
Hier geben wir Ihnen einige Informationen zu kulturellen Besonderheiten schwedischer Gäste. 

jantelagen

Alle Menschen sind gleich gut – das besagt jantelagen. Und zwar ungeachtet des sozialen Standes oder des Berufes. Man ist bescheiden, braucht keine Statussymbole, um sich zu profilieren, stellt sich nicht in den Vordergrund und prahlt nicht – jeder wird nach jantelagen gleich behandelt. Daher spricht man sich in Schweden auch per "Du" an – denn es schafft keine Grenzen.

Dieses Prinzip findet sich in vielen Bereichen des schwedischen Lebens wieder, auch in der Politik, denn sowohl die Demokratie als auch die Gleichheit aller Menschen machen das schwedische System aus. Dementsprechend gilt Schweden  als Musterland der Geschlechtergleichstellung. Selbst im schwedischen Königshaus herrscht seit 1980 Gleichberechtigung in Sachen Thronfolgegesetz, da das gleiche Erbrecht für Männer und Frauen eingeführt worden ist.

Unser Tipp:

Achten Sie im Umgang mit schwedischen Gästen darauf, dass Frauen und Männer gleichberechtigter sind als in Deutschland – auch im Urlaub!

Lagom - Die Mitte finden

Lagom – ein exotisch klingendes Wort –beschreibt eine Lebenseinstellung. Es bedeutet so viel wie "die Mitte der Dinge" oder "Ausgewogenheit". Eben nicht zu viel und nicht zu wenig. Das gilt für alles: Sport treiben, Essen, Arbeiten. Man kleidet sich modisch – aber keinesfalls übertrieben schick oder zu businesslike. Alle Dinge werden effizient erledigt und es wird keine Energie in unnötiges Tun gesteckt. Die Portionen beim Essen machen satt, allerdings nicht so, dass man Bauchschmerzen bekommt und auch nicht so, dass man hungrig vom Tisch aufsteht. Die Schweden verstehen es hervorragend, diese Mitte zu finden.

Zurückhaltung

Der Schwede ist ein sehr zurückhaltender Mensch, dem es wichtig ist, niemandem auf die Füße zu treten. Mit seiner wahren Meinung wird er eher hinter dem Berg halten, wenn er dadurch einen Streit vermeiden kann. Allerdings: Ist ein Streit unvermeidbar, dann schafft der Schwede das Problem lieber gleich aus dem Weg, als es tagelang vor sich herzuschieben. Denn der Schwede ist ein sehr lösungsorientierter Mensch. Ein "Geht nicht" gibt es für ihn nicht.

Der Schwede empfindet es weiterhin als sehr unaufmerksam, zu drängeln, ungeduldig zu sein oder einem anderen Menschen die Sicht zu versperren, wenn man beispielsweise in ein Schaufenster schaut oder im Museum eine Informationstafel liest – einfach bei allen Interaktionen nimmt man Rücksicht aufeinander.

Der Schwede ist ein gewissenhafter und fleißiger Mensch, der sowohl im Beruflichen als auch im Privaten die Pünktlichkeit schätzt – dies ist ein Zeichen des Respekts. Achten Sie im Umgang mit dem Schweden unbedingt darauf, dass auch Sie sich an die vereinbarten Zeiten halten. Der Schwede ist eher überpünktlich als unpünktlich!

Unser Tipp:

Viele Schweden versuchen auf Biegen und Brechen, Konflikten auszuweichen. Eine Zustimmung während des Gesprächs muss daher nicht unbedingt als solche gemeint sein, denn das schwedische „ja“ gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Je nach Aussprache bedeutet es inoffiziell auch „hm, vielleicht…“ oder manchmal sogar „nein, muss nicht sein“.

 

Gelassenheit & Ausgeglichenheit

Sich Zeit nehmen, es gelassen angehen, nicht hetzen. So läuft es in Schweden – ganz ohne Stress, sowohl im Privaten als auch im Beruf. "Ta det lugnt" – "Nimm es gelassen". Und am besten so, wie es kommt...

Ein Stau auf der Straße? In Deutschland oftmals Grund zu viel Huperei, schimpfenden Autofahrern und jeder Menge schlechter Laune. In Schweden allerdings bleibt man gelassen und wartet einfach ab – wird sich schon von selbst lösen.

Die Schweden sind bekannt für ihre Kaffeepausen (fika), in denen sie sich zusammensetzen und erzählen. Kaffee ist überhaupt ein wichtiger Bestandteil im schwedischen Alltag, denn pro Kopf trinkt jeder am Tag vier Tassen davon. Aber auch alkoholische Getränke stehen auf der Beliebtheitsskala weit oben, obwohl sie in Skandinavien recht teuer sind.

Unser Tipp:

Geben Sie dem Schweden die Zeit, die er braucht, und nötigen Sie ihn bei den anstehenden Abläufen nicht zur Eile. Passen Sie sich einfach dem schwedischen Tempo an – bestimmt birgt das auch eine entspannende Wirkung für Sie!

Familiensinn

Viele Dinge werden in Schweden gemeinsam angegangen und erledigt. Die oberste Priorität für den Schweden hat dabei die Familie. Kinder werden stark in den Alltag einbezogen, man nimmt sie einfach überall mit hin und lässt sie an allem teilhaben. Schweden gilt als sehr familienfreundliches Land: flexible Arbeitszeiten, das Recht auf einen Betreuungsplatz – ohne lange Wartezeiten, wie man sie aus Deutschland kennt –, um die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie zu gewährleisten.

Unser Tipp:

Besonders die Urlaubszeit ist die Zeit der Familie. Bedenken Sie, dass der Schwede seine Kinder nicht einfach nur in einer Kinderanimation abgeben, sondern die Urlaubszeit mit ihnen gemeinsam gestalten und verleben möchte. Machen Sie daher entsprechende Angebote!

Feste

Schweden ist ein modernes Land, allerdings ist man stolz auf seine Traditionen, die gelebt und geliebt werden. Neben den klassischen Feiertagen, wie sie auch in Deutschland gefeiert werden, gibt es in Schweden einige besondere Feiertage, die Sie kennen sollten:

Midsommer ist das wichtigste Fest nach Weihnachten: Jedes Jahr im Juni feiern die Schweden die Sommersonnenwende. Seit jeher ist es der Samstag, der zwischen dem 20. und 26. Juni liegt. Zu Midsommer wird der Midsommerbaum aufgestellt und geschmückt, Blumenkränze werden gebunden, Trachten und Kleider werden angezogen, Frauen und Mädchen stecken sich Blumen und Kränze ins Haar und alles tanzt und singt ausgelassen um den Midsommerbaum, isst gemeinsam und feiert die helle Jahreszeit und die kurzen Nächte.

Am 13. Dezember feiern die Schweden Lucia, das Lichterfest. Da es im Winter nur wenig Sonnenlicht gibt, wird die dunkle Jahreszeit durch das Luciafest erhellt – die Lichterkönigin Lucia trägt einen Kerzenkranz auf dem Haar und bringt somit Licht ins Dunkel. An diesem Tag wird traditionell der erste glögg (ein süßer Glühwein mit Zimt und Nelken) getrunken.

Unser Tipp:

Zum Osterfest verkleiden sich die schwedischen Kinder als Hexen, basteln Osterkarten, gehen damit von Tür zu Tür und verschenken sie gegen eine Süßigkeit. In Schweden sagt man, dass die Hexen um Mitternacht auf ihren Besen zum Blauberg fliegen würden. Sie begrüßen eine schwedische Familie zum Osterfest? Stellen Sie Papier, Mal- und Bastelsachen zur Verfügung, damit die kleinen Hexen ihre Karten gestalten können!

Allemanssrätten

Das allemansrätten, das Jedermannsrecht bedeutet: Jeder Mensch hat das Recht, die Natur zu nutzen, auch wenn der Grund und Boden in privatem Besitz ist. Schwedische Kinder lernen diesen Grundsatz bereits in der Schule – und natürlich auch, die Natur mit Respekt und Rücksicht auf andere zu nutzen. Müll wird eingesammelt und wieder mitgenommen, deswegen sind auch die schwedischen Raststätten so sauber. Viele Kinder sind bei den Pfadfindern, wo das Verhältnis zur Natur ebenfalls im Mittelpunkt steht.

Unser Tipp:

Das allemansrätten erlaubt es, überall in der freien Natur zu zelten. In Deutschland ist dies nicht erlaubt. Klären Sie Ihren schwedischen Gast daher höflich, aber nicht bevormundend auf.

Kommunikation

Viele Worte der schwedischen Sprache klingen dem Deutschen ähnlich, da der Wortstamm oftmals gleich ist.

Beim Sprechen gestikulieren die Schweden nur bedingt, und auch die Sprechlautstärke ist nicht allzu hoch. Das sollten Sie aber keinesfalls als Kühle, Schüchternheit oder Desinteresse verstehen, denn laut zu sein und zu versuchen, andere zu übertrumpfen, wird in Schweden als etwas Negatives gewertet. Der Augenkontakt ist durchschnittlich kürzer, man hält etwas größeren Körperabstand und lässt sich gegenseitig Platz. Außerdem ist es wichtig, sich aussprechen zu lassen und gut zuzuhören, das ist eine Sache der Höflichkeit und des Respekts. Während der Kommunikation kommen Schweden gern rasch zum Punkt, sie brauchen nicht unnötig "um den heißen Brei herumzureden" – solang es höflich bleibt.

Eine große Anzahl der Schweden spricht Englisch. Das ist natürlich auch etwas generationsabhängig: Besonders die jüngeren Schweden können sehr gutes Englisch sprechen, während die ältere Generation vielleicht eher mal ins Straucheln kommt.

Anrede

In Schweden wird jeder geduzt und mit seinem Vornamen angesprochen, das zeigt den Gleichheitsgedanken aller Menschen. Eine Ausnahme bildet hier natürlich die Königsfamilie, diese wird mit ihrem Titel angesprochen, also "König" oder "Königin".

Der akademische Titel wird in Schweden einfach weggelassen, was ebenfalls dem Prinzip der Gleichheit aller Menschen entspricht. Hat man einen Titel, so prahlt man nicht mit ihm. Ärzte und Professoren werden ebenso mit dem Vornamen und per Du angesprochen wie jeder andere auch.

Redewendungen

Ein "Hej" (Hallo) passt immer – ob unter Freuden, bei der Arbeit oder im alltäglichen Kontakt, im Geschäft, im Restaurant, im Bus. Auch "Hejhej" oder "Hejsan" sind gebräuchlich. Wenn bekannt, kann dazu der Vorname genutzt werden. Übrigens ist ein "God dag" ("Guten Tag") für den Schweden schon fast etwas zu förmlich! Es könnte der Eindruck entstehen, dass der Gruß ironisch gemeint sein könnte – verzichten Sie also darauf.

Es wird sich nicht, wie in Deutschland bei einem ersten Treffen üblich, per Handschlag begrüßt. Zur Verabschiedung sagt man ebenso "Hej", "Hejhej" oder auch "Hejdå" ("Tschüs, mach’s gut").

deutsch Hallo
schwedisch Hej !

deutsch Guten Tag (sehr förmlich für das schwedische Ohr)
schwedisch God dag!

deutsch Tschüss
schwedisch Hej då! (das å wird wie o ausgesprochen)

deutsch Ja
schwedisch ja

deutsch Nein
schwedisch nej

deutsch Danke
schwedisch Tack!

deutsch Bitte!
schwedisch Ingen orsak!

deutsch Prost!
schwedisch Skål!

deutsch Entschuldigung
schwedisch Ursäkta, ...

deutsch Ich heiße ...
schwedisch Jag heter ...

deutsch Ich spreche kein Schwedisch. 
schwedisch Jag talar ingn svenska.

Digitale Kommunikation

Die Schweden sind echte Onlinemeister: Mit Hilfe des Internets wird in Schweden fast alles erledigt: Die Bezahlung selbst kleinster Beträge, der Onlineeinkauf von Lebensmitteln, der Empfang von Nachrichten und vieles mehr... ohne das Internet geht in Schweden nichts mehr!

Aufgrund der hohen Online-Affinität ist die Kontaktaufnahme über das Internet durch Ihren schwedischen Gast sehr wahrscheinlich. Der klassische Brief ist beinahe aus Schweden verschwunden. Bei einer E-Mail an den schwedischen Gast sollten Sie die schwedischen Gewohnheiten beachten:

  • Ansprache per Du sowie, wenn bekannt, Nutzung des Vornamens
  • Weglassen des Titels
  • Einbindung eines "Hej"

Unser Tipp:

Während seines Urlaubs ist es für den Schweden sehr wichtig und nahezu obligatorisch, das Internet wie gewohnt nutzen zu können. Bieten Sie ihm daher freies (und gut funktionierendes) WLAN an. Ebenso wichtig sind natürlich die Bereitstellung von Online-Buchungs- sowie -Zahlungsmöglichkeiten und die allgemeine Onlineinformation über Ihre Leistungen beziehungsweise Ihr Angebot.